Seit einigen Jahren befindet sich die evangelische Kirchenlandschaft in einem tiefgreifenden Wandel. Auch die Johannesgemeinde ist als Teil der Landeskirche davon berührt – und sie hat sich diesen Veränderungen mit Offenheit, Engagement und auch mit Schmerzen gestellt. Am Ende bleiben wichtige Fragen: Wie wird es weitergehen? Welche neuen Wege entstehen? Und welche Chancen liegen in diesem Wandel?
Inmitten aller Bewegung gibt es etwas, das verlässlich bleibt: unsere Johanneskirche. Sie liegt uns am Herzen – als vertrauter Ort, der Beständigkeit ausstrahlt und Gemeinschaft ermöglicht.
Das hat auch Professor Albrecht Beutelsbacher, Direktor des Mathematikums Gießen, eindrucksvoll formuliert:
„Die Johanneskirche in Gießen liegt mir am Herzen, weil ich täglich an ihr vorbeifahre und beobachte, wie sie wie ein Fels in der Brandung steht und völlig unaufgeregt allen schnellen Veränderungen in ihrem Umfeld trotzt.“
Wie wahr! Die Johanneskirche wurde am 30.11.2025 132 Jahre alt – und sie steht für Kontinuität, Glauben und Zusammenhalt.
Als sie 1891 ihren ersten Spatenstich erlebte, gab es in Gießen nur eine evangelische Gemeinde. Zur Einweihung waren es bereits vier: Markus, Matthäus, Lukas und Johannes. Bald darauf entstanden weitere Gemeinden, zum Beispiel die Luthergemeinde als Tochter der Johannesgemeinde.
Ende der 2010er Jahre war mit rund zehn evangelischen Gemeinden die größte Vielfalt erreicht. Nun finden die Gemeinden in neuen Formen wieder zueinander. Ab 2026 wird es in Gießen drei Gesamtkirchengemeinden geben.
In ihrer langen Geschichte hat die Johanneskirche viele Entwicklungen begleitet. Gemeinden sind gekommen und gegangen – ebenso Pfarrerinnen und Pfarrer. Seit 1893 haben rund 20 Geistliche hier gewirkt.
Und doch ist die Johanneskirche geblieben – als Ort, der Menschen verbindet und Glauben lebendig hält.
Die Johanneskirche ist und bleibt unsere geistliche Heimat – ein Ort, an dem Geschichte, Musik, Begegnung und Glauben zusammenkommen. Hier feiern wir Gottesdienste, öffnen Türen für die Offene Kirche und schaffen Raum für geistliche Inspiration, Zuversicht und Hoffnung
Die Johanneskirche ist ein Geschenk – und eine Aufgabe zugleich.
Sie zu bewahren und zugleich das Leben in ihr weiterzuentwickeln, ist unsere gemeinsame Verantwortung und Freude.
Mit der neuen Philippusgemeinde und vielen engagierten Menschen blicken wir nach vorn – in eine Zukunft, in der unsere Kirche weiterhin Herz und Mitte bleibt.
Gottfried Cramer, Mitglied im Kirchenvorstand und Vorsitzender des Vereins zur Erhaltung der Johanneskirche e.V.
