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Gottfried Cramer und Gerhard Heinisch

Besonderes Geschenk für die Johanneskirche Gießen

Gießen/Johanneskirche. Am 17. April 2026 übereichte Gerhard Heinisch, Mitglied der Philippusgemeinde im Ortsbezirk Johannes ein wunderbares Geschenk an Gottfried Cramer, dem Vorsitzenden des Vereins zur Erhaltung der Johanneskirche Gießen e.V. Es war ein Nachdruck der Mercator-Bibel von 1630, der in den 1980er-Jahren erfolgte. „Bevor die Bibel bei uns verstaubt“ so Heinisch, „… soll sie doch ab und zu der Öffentlichkeit gezeigt werden können!“. Hiermit bezog sich Heinisch auf die Sammlung „WERTvoll“ des Fördervereins der Johanneskirche. Spätestens am 13. September 2026, dem nächsten Ausstellungstermin im Rahmen des Tages des Offenen Denkmals, wird dieses prachtvoll bebilderte Exemplar in der Johanneskirche zu bestaunen sein.  

Die Mercator-Bibel gilt als bedeutendes Zeugnis frühneuzeitlicher Buchkunst, geprägt durch kunstvolle Schrift, verzierte Initialen und aufwendige Einbände. Solche Werke waren nicht nur religiöse Texte, sondern auch Statussymbole.

Der Nachdruck machte das seltene Original wieder zugänglich und eröffnete neue Einblicke in Druck- und Religionsgeschichte. Dabei stellte besonders die originalgetreue Wiedergabe von Schrift, Illustrationen und Materialität eine technische Herausforderung dar. So verbindet das 1980er Faksimile der Mercator-Bibel Vergangenheit und Gegenwart und bewahrt ein bedeutendes Kulturgut für heutige Generationen.

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Die Mercator-Bibel von 1630 gehört zu den eindrucksvollen Zeugnissen frühneuzeitlicher Buchkunst. Sie entstand in einer Zeit, in der der Buchdruck bereits weit verbreitet war, aber dennoch jedes Werk eine gewisse handwerkliche Individualität aufwies. Charakteristisch für diese Bibel sind ihr aufwendig gestaltetes Schriftbild, kunstvolle Initialen sowie häufig reich verzierte Einbände. Solche Ausgaben waren nicht nur religiöse Texte, sondern auch Prestigeobjekte, die den Bildungsstand und Wohlstand ihrer Besitzer widerspiegelten. Der Nachdruck im 20. Jahrhundert verfolgte mehrere Ziele. Zum einen sollte er Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Sammlerinnen und Sammlern Zugang zu einem Werk ermöglichen, das im Original nur noch selten und oft in fragiler Verfassung vorhanden ist. Zum anderen ging es darum, ein Stück Druck- und Religionsgeschichte einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. In einer Zeit wachsender historischer Forschung und eines erneuten Interesses an frühneuzeitlicher Kultur gewann ein solcher Nachdruck zusätzliche Bedeutung. Technisch gesehen stellte der Nachdruck eine Herausforderung dar. Die originalgetreue Wiedergabe alter Schriften, insbesondere der Frakturschrift, erforderte spezielle Druckverfahren. Ebenso wichtig war die Reproduktion von Verzierungen, Randnoten und Illustrationen. Hochwertige Faksimile-Drucke versuchten, nicht nur den Text, sondern auch die Haptik und das Erscheinungsbild des Originals möglichst genau nachzuahmen. Häufig wurden dafür spezielle Papiersorten verwendet, die dem historischen Vorbild ähneln.

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