Johanneskirche

Geschichte & Architektur

Die Johanneskirche ist die größte evangelische Kirche in Gießen und mit einer Turmhöhe von 72 Metern die höchste Kirche der Stadt. Sie wurde im Jahr 1893 in einem historistischen Mischstil aus Gotik und Renaissance errichtet. Das Gebäude ist hessisches Kulturdenkmal und prägt das Stadtbild.

Die Johanneskirche Gießen

Eintrag in Wikipedia

Der nicht exakt nach Westen, sondern parallel zur Südanlage ausgerichtete, komplexe Bau verbindet mehrere Baustile: Innen wie außen mischen sich die Baustile der Gotik und der Renaissance. Für die Außenfassaden wurde dunkler Lungstein verwendet, der mit den hellen Sandsteinbändern und -Gewänden kontrastiert.

Die Hallenkirche erhält durch das große südliche Nebenschiff unter zwei Quergiebeln ihre zweischiffige gotische Gestalt. Das Hauptschiff mit Satteldach hat einen polygonalen Chorabschluss, hinter dem eine Sakristeiangebaut ist. Der Kirchturm, der die Glocken beherbergt, mit einem Südportal versehen ist und den zweiten Emporenaufgang bildet, ist auf der Südostecke links vom großen Eingangsportal errichtet und schließt das Seitenschiff ab.

Der beherrschende Eckturm ist auf quadratischem Grundriss von 8,50 Metern Breite errichtet. Er wird in den drei unteren Geschossen durch helle Sandsteingesimse gegliedert.

Mehr Informationen

Bleiglasfenster

In den Jahren von 1959 - 1965 federführend entworfen, ausgeführt und bemalt von dem Maler, Glasmaler und Schauspieler Erhardt Klonk (1898 – 1984) aus Marburg.

Glocken

Die ursprünglichen Glocken der Johanneskirche existieren nicht mehr. Der 2. Weltkrieg forderte seinen blasphemischen Tribut, und die Glocken wurden zu Kriegsmaterial umgeschmolzen. Umso mehr sind die Gießener dankbar dafür, dass die einzige aus dem Krieg unzerstört zurückgekehrte Glocke in der Johanneskirche einen neuen Platz gefunden hat. Ihr Name ist "Mathilde".

"Mathilde" ist auch die älteste Glocke Gießens. Sie wurde 1853 aus einer Glocke von 1473 gegossen, und hing ursprünglich in der alten Gießener Stadtkirche am Marktplatz. Da sie nach dem 2. Weltkrieg an ihrem ursprünglichen Platz - wegen der Zerstörung an der alten Kirche - dort nicht mehr aufgehängt werden konnte, kam sie in der Johanneskirche.

Mehr über die Glocken der Johanneskirche finden Sie hier: Von Ulrike Fiensch (Pfarrerin der Lukasgemeinde von 1988-2007) in der Festschrift "100 Jahre Johanneskirche", Gießen, 1993.

 

Die Orgel in der Johanneskirche

Die Orgel von 1893 - 1968: Die erste Orgel wurde 1893 von der der Firma E. F. Walcker & Cie. aus Ludwigsburg eingebaut. Das Instrument Opus 650 hatte 38 Register, die auf drei Manuale und Pedal verteilt waren. Im Jahr 1939 nahm die Licher Firma Förster & Nicolaus eine Änderung der Disposition vor.

Die Orgel ab 1968: Diese Orgel wurde 1968 durch einen Neubau von Förster & Nicolaus ersetzt, der über 43 Register verfügt und die größte Orgel der Stadt ist. Sie ist  insbesondere zur Darstellung von Musik aus der Barockzeit geeignet, steht aber auch romantischer oder zeitgenössischer Orgelmusik offen.

Mehr Infos: Prof. Gottlob Ritter, Kantor der Johanneskirche von 1960 -1998 in der Festschrift "100 Jahre Johanneskirche", Gießen, 1993

Seit 1998 ist Christoph Koerber Kantor der Johanneskirche und für die klangliche Weiterentwicklung der Orgel verantwortlich. 

Der Altar der Johanneskirche

Aus dem alten Altar im Jahr 2017 neu durch den Steinkünstler Georg Hüter gestaltet.
 
Dr. Markus Zink, Kunstbeauftragter der EKHN und Moderator des Künstlerwettbewerbes für die Innengestaltung des Altarraumes 2015-2016: "Der Künstler hat aus dem alten Altar eine Skulptur geschaffen, die zwar klare Vorgaben macht, aber gleichzeitig zu einer individuellen Deutung anregt. So, als wollten sie zu einem Zwiegespräch einladen. Dieser stille Dialog basiert zentral auf einer angedeuteten Grundform eines Bootes. Hierbei vereint sich eine dynamische Linienführung mit einem Gefühl für Kraft und Gleichgewicht!"

Gottfried Cramer, Vorsitzender des Kirchenvorstandes der Johannesgemeinde von 2009 bis 2017, anlässlich des "Tag des Denkmals" am 9.9.2018: "Der Altar der Johanneskirche - Entdecken, was uns verbindet".

Aktuell im Film

Jubiläumsfilm 2018

Anlässlich des 125 jährigen Jubiläums der Johanneskirche im November 2018 entstand unter Federführung des Fördervereins ein Video über die Kirche. Aus verschiedenen Blickwinkeln entsteht ein buntes und sehr persönliches Gesamtbild von dem, was die Johanneskirche Gießen unterschiedlichen Menschen bedeutet.

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